AV-Medien
Unter audiovisuellen Medien (AV-Medien) werden synchrone technische Kommunikationsmittel verstanden, die die visuellen und / oder auditiven Sinne des Menschen durch Ton und Bild bedienen. AV-Medien können in analogem oder digitalem Format vorliegen.
In Öffentlichen Bibliotheken finden sich AV-Medien bspw. in Form von:
- CDs
- DVDs / Blue-rays
- Konsolenspielen
- Toniefiguren
- Edurino-Figuren
- Galakto-Token
- kekze
- ...
Die Zusammensetzung dieses Medienbestandes hängt stark von der konkreten Nachfrage vor Ort ab. Die Nutzung von Musik-CDs ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, viele Bibliotheken haben diesen Bestand deutlich reduziert oder bieten keine Musik-CDs mehr an. Die rückläufigen Nutzungszahlen betreffen mehr und mehr auch den Bestand an Hörbüchern für Erwachsene. Ausschlaggebend für die Gesamtentwicklung sind insbesondere drei Gründe:
- Streamingdienste für Musik- und Hörbuchinhalte
- "Interne" Konkurrenz durch digitale Angebote wie der Musik-Streaming-Dienst freegal oder E-Medien-Ausleihe
- Verfügbarkeit von Abspielgeräten
In den meisten Einrichtungen werden Hörbücher und -spiele für die Zielgruppe der Kinder jedoch weiterhin gut nachgefragt. Neue Hörmedien wie beispielsweise Tonie-Figuren erzielen in der Regel sehr gute Ausleihzahlen.
Unterstützung bei der Bestandsauswahl
Erzielen Hörbücher /-spiele gute Nutzungszahlen, kann der Deutsche Hörbuchpreis bei der Bestandsauswahl unterstützen. Jährlich wird eine Liste mit nominierten Titeln veröffentlicht, aus deren Reihe dann in verschiedenen Kategorien die Preisträger ausgewählt werden.
Zahlreiche Bibliotheksanbieter bieten auch im Bereich der neuen Kindermedien (bspw. bei Toniefiguren) Standing-Order-Dienstleistungen an. So kommen neue Medien in die Bibliothek, ohne dass sie vom Bibliothekspersonal vor Ort ausgewählt und bestellt werden müssen.
Veranstaltungen mit Hörmedien
Hörclubs:
Die "Stiftung Zuhören" hat unter anderem das Projekt "Hörclub" ins Leben gerufen, das besonders zur Kooperation zwischen Schule und Bibliothek eignet. In einem Hörclub trifft sich eine Gruppe von Kindern regelmäßig, um gemeinsam einem "Hör-Abenteuer" zu folgen. Anschließende Aktionen und Spiele runden das Zusammentreffen ab. Die „Stiftung Zuhören“ hat dazu Medienpakete zusammengestellt, die Material für diese Veranstaltungen enthalten.
Hörspielkino:
In Berlin findet alljährlich sehr erfolgreich eine ganze Staffel von Veranstaltungen unter dem Titel "Hörspielkino unterm Sternenzelt" statt. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Rundfunk werden verschiedene Hörspiele im Planetarium bzw. im Sommer unter freiem Himmel vorgeführt.
ARD-Kinderradio-Nacht
Einmal im Jahr bietet die ARD die Kinderradionacht mit vielen verschiedenen Geschichten an. Von 20:05 bis 1:00 morgens werden zahlreiche Geschichten und viel Kindermusik abgespielt. Ein gemeinsames Zuhören mit passendem Rahmenprogramm wäre bspw. im Rahmen einer Bücherei-Übernachtung denkbar
Achtung:
Bei Veranstaltungen mit Hör-Inhalten sollte in jedem Fall beachtet werden, dass bei der Öffentlichen Wiedergabe Gebühren an die Verwertungsgesellschaften (GEMA, VG Wort) entrichtet werden müssen. Auch darf die Veranstaltung nicht dem Erwerbszweck dienen, d.h. die Einnahmen dürfen die Kostendeckungsgrenze nicht überschreiten.
Die Ausleihzahlen von DVDs und Blurays gehen zurück. Viele Bibliotheksbesucher können privat über Streaminganbieter unabhängig von der Bibliothek auf Filme und Serien zugreifen. Auch Bibliotheken selbst bieten zunehmend Zugang zu Film-Streamingdiensten an (bspw. filmfriend) und gehen damit in Konkurrenz zu den eigenen physischen Angeboten.
Alterskontrolle (FSK)
Die Altersvorgaben (FSK-Angaben) müssen sichtbar sein, sowohl für die Bibliotheksnutzer, als auch für das Personal. Möchte ein Kind einen Film oder eine Serie ausleihen und unterschreitet die Altersgrenze, darf das Medium nicht an das Kind herausgeben. Dies trifft auch zu, wenn die Eltern mit der Ausleihe einverstanden sind.
Wenn Sie eine Bibliothekssoftware einsetzen, lassen sich oftmals Ausleihhinweise hinterlegen, die auf die FSK hinweisen. Das Medium kann so nur ausgeliehen werden, wenn der Ausleihhinweis aktiv (vom Bibliothekspersonal) umgangen wird. Somit kann in so einem Fall auch die selbstständige Ausleihe über einen Selbstverbuchungsgerät verhindert werden.
Veranstaltungen
Die Filme und Serien aus Ihrem Medienbestand können Sie nur dann öffentlich wiedergeben und im Rahmen von Veranstaltungen einsetzen, wenn Ihnen die entsprechenden Genehmigungen und / oder Lizenzen vorliegen. Hat eine Bibliothek das digitale Angebot filmfriend lizenziert, sind unter bestimmten Voraussetzungen Veranstaltung mit dem Film-Angebot möglich.
Liegt Ihnen die Genehmigung für eine Veranstaltung vor, muss diese in der Regel ohne Gewinnorientierung durchgeführt werden. Wenn Sie Eintrittspreise verhängen, darf die Summe aus den Einnahmen die Summe für die Ausgaben nicht überschreiten.
Insbesondere auf dem audiovisuellen Medienmarkt für Kinder ist viel Bewegung.
Viele Bibliotheken bieten bspw. Edurino-Figuren an, die in der Zielgruppe der Vor- und Grundschulkinder zahlreiche Kompetenzen schul- und alltagsrelevante Kompetenzen fördern. Die jeweiligen Lernwelten werden auf einem mobilen Endgerät (Smartphone, Tablet) gestartet.
Es ist empfehlenswert, den Markt zu beobachten, sich hinsichtlich neuer Entwicklungen zu informieren und ggf. die Eignung für den Medienbestand zu prüfen.
Die meisten Öffentlichen Bibliotheken bieten ihren Nutzern physische AV-Medien an, viele ergänzen diesen Bestand mittels virtueller Angebote.
Wie sich der Bestand konkret zusammensetzt und für welche Zielgruppen physische und / oder digitale Bestandsangebote gemacht werden, hängt vom konkreten Bestandskonzept der Bibliothek an.