Medienbestand

Hörmedien im Bestand

Die Zusammensetzung des Medienbestandes hängt stark von der konkreten Nachfrage vor Ort ab. Die Nachfrage nach Musik-CDs geht in den meisten Einrichtungen zurück, dieser Trend betrifft mehr und mehr auch den Erwachsenen-Hörbuch-Bestand. Die Gründe sind zum einen darin zu finden, dass zahlreiche Nutzer Musik- und Hörbuchdienste abonniert haben und somit unabhängig von der Bibliothek auf die Inhalte zugreifen können. Auf der anderen Seite machen aber auch digitale Angebote der Bibliothek dem analogen Medienbestand Konkurrenz, bspw. die Onleihe oder der Streaminganbieter freegal.

In den meisten Einrichtungen werden Hörbücher und -spiele für die Zielgruppe der Kinder unvermindert gut nachgefragt, neue Hörmedien wie Toniefiguren werden sehr gut ausgeliehen.

Preise & Auszeichnungen

Die Listen mit den erfolgsgekrönten Hörbüchern können Sie beim Aufbau Ihres Medienbestandes unterstützen:

Präsentation

Um eine gute Ausleihe zu erreichen, sollten auch AV-Medien möglichst attraktiv präsentiert werden, ohne das Risiko der Entwendung außer Acht zu lassen.

Wir listen hier die uns aus Bibliotheken bekannten Präsentationsmöglichkeiten auf:

  • Viele Bibliotheken präsentieren das AV-Cover in einer Sichttasche (z. B. von der ekz) als Stellvertreter. Die Medien selbst werden in ihrer Originalhülle in entsprechenden Medienschränken oder einfach in einem Regal hinter der Ausleihtheke aufbewahrt.
  • Auch die Möglichkeit, die Originalhülle zu präsentieren und deren Inhalt in einer neutralen Ersatzhülle hinter der Theke aufzubewahren, besteht.
  • Eine weitere Variante ist die vollständige Präsentation der Medien in ihrer Originalhülle ohne zusätzliche Sicherung (z. B. Safer der ekz). Hierbei müsste der Bestand im unmittelbaren Blickfeld der Theke präsentiert werden, um Verluste zu vermeiden.

Manche Bibliotheken geben das Original-Cover der Medien nur als Kopie an die Benutzer weiter, da die Wiederbeschaffung im Verlustfall oftmals nicht möglich ist. Allerdings sollte bei diesem Vorgehen auf die Qualität der Kopie geachtet werden, da das Cover wichtige Informationen beinhalten kann.

Reinigung

Die Scheiben reinigen Sie am besten mit einem weichen, fusselfreien Tuch (etwa einem Brillenputztuch) und/oder einer milden Seifenlauge. Wischen Sie dabei immer von innen nach außen (oder anders herum). Kratzer, die durch kreisrundes Wischen entstehen können, führen eher zu Fehlern.

Die Reinigung mit "Gamedoctor" oder ähnlichen Geräten ist nur bedingt zu empfehlen. Zwar reinigen diese Geräte die CDs und entfernen leichte Kratzer, hinterlassen aber unschöne Schleifspuren auf der Scheibe, die die spätere Kontrolle erschweren können. Tiefere Kratzer, die die Abspielbarkeit des Mediums tatsächlich beeinträchtigen, können durch diese Schleifgeräte ohnehin nicht entfernt werden. Solche Kratzer scheinen meist bis in die bedruckte Seite durch. Auch wenn der Aufdruck selbst beschädigt ist, kann die Abspielbarkeit des Mediums beeinträchtigt sein.

Alternativ gibt es Anbieter, bei denen Sie Ihre Medien einschicken und professionell reinigen lassen können, bspw. bei Peter Haase.

Diebstahlschutz

Wenn Sie Ihre Medien vor Diebstahl sichern wollen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Sie können die Originalhülle ohne Inhalt im Freihandbereich präsentieren und den Inhalt hinter der Theke aufbewahren.
  • Sie können das Cover der CDs in einem Stellvertreter präsentieren und das gesamte Hörbuch hinter der Theke aufbewahren.
  • Sie können Safer einsetzen.
  • Sie können Ihre Medien mit Magnetstreifen sichern.
  • Sie können Ihre Medien mit RFID sichern.

Die ersten beiden Möglichkeiten sind zweifellos die sichersten, allerdings auch die arbeitsintensivsten Methoden. Bei der Verwendung von Stellvertretern fehlt vielen Benutzern zudem oftmals der Gesamteindruck mit weiteren Informationen über Umfang oder Sprecher. Die Verwendung von Safern könnte bei umfangreicheren Hörbüchern Probleme bereiten. Bei der Sicherung mit Magnetstreifen können sich möglicherweise Probleme bei der Abspielbarkeit in neueren Laufwerken ergeben (Stichwort "Umwucht"). Zudem werden entsprechende Geräte zur Entsicherung benötigt. Bei der Sicherung mittels RFID gibt es häufig Probleme mit Hörbüchern mit sehr vielen einzelnen CDs. Da die RFID-Tags häufig nicht erkannt werden können, wenn mehrere der Tags direkt übereinander liegen, können in der Regel nicht alle CDs eines Hörbuchs gesichert werden.

Toniefiguren sind wegen ihrer kleinen Größe besonders diebstahlgefährdet. Daher werden die Figuren oftmals in Sichtweite zur Ausleihtheke untergebracht, einige Bibliotheken präsentieren sie auch in verschlossenen Glasvitrinen.

Veranstaltungen mit Hörmedien

Hörclubs
Die "Stiftung Zuhören" hat unter anderem das Projekt "Hörclub" ins Leben gerufen, das besonders zur Kooperation zwischen Schule und Bibliothek eignet. In einem Hörclub trifft sich eine Gruppe von Kindern regelmäßig, um gemeinsam einem "Hör-Abenteuer" zu folgen. Anschließende Aktionen und Spiele runden das Zusammentreffen ab. Die „Stifung Zuhören“ hat dazu Medienpakete zusammengestellt, die Material für diese Veranstaltungen enthalten.

Einen Erfahrungsbericht zum Thema Hörclub von Frau Susanne Brandt können Sie hier herunterladen: Hörclub - ein guter Schritt in der Zusammenarbeit zwischen Bibliothek und Grundschule (PDF-Dokument)

Literaturtipp:
Hörspaß : über Hörclubs an Grundschulen
Volker Bernius... (Hrsg.). Göttingen : Vandenhoek & Ruprecht, 2004. - 176 S. : zahlr. Ill. + 2 CDs
(Edition Zuhören ; 2) EUR 39,90
ISBN 3-525-48001-6
(Entleihbar über die Fachbibliothek der Büchereizentrale Niedersachsen.)

Hörspielkino
In Berlin findet alljährlich sehr erfolgreich eine ganze Staffel von Veranstaltungen unter dem Titel "Hörspielkino unterm Sternenzelt" statt. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Rundfunk werden verschiedene Hörspiele im Planetarium bzw. im Sommer unter freiem Himmel vorgeführt.

Beachten Sie:
Bei Veranstaltungen mit Hörbüchern sollte in jedem Fall beachtet werden, dass bei der Öffentlichen Wiedergabe Gebühren an die Verwertungsgesellschaften (GEMA, VG Wort) entrichtet werden müssen. Auch darf die Veranstaltung nicht dem Erwerbszweck dienen, d.h. die Einnahmen dürfen die Kostendeckungsgrenze nicht überschreiten.